Unter dem Motto „Tierschutz geht uns alle an“ zeigt das Team von KT1 ein Herz für Tiere.
Die Dreharbeiten für das neue Magazin „Mensch & Tier“, welches im vierzehn Tage Takt auf KT1 ausgestrahlt wird, sind bereits in vollem Gange. Schwerpunkte des neuen Haustiermagazins sind zum einen die Vermittlung herrenloser Tiere sowie Tipps bezüglich Tiere, Tierhaltung und Tierschutz. In der Startphase werden Tiere aus dem Tierschutzhaus Klagenfurt sowie dem Tiergarten Eden vorgestellt.
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Im März 2010 wurde mit dem Neubau des Landestierschutzhauses in Klagenfurt begonnen. Eröffnung im Sommer. Ein Lokalaugenschein.
Foto © Weichselbraun Kaputte Türen, Gitter mit kläffenden Hunden auf alten beschädigten Fließen in viel zu kleinen Boxen gehören bald der Vergangenheit an
Auf der Tierheim-Baustelle haben die Arbeiter derzeit so etwas wie Winterferien. Doch es ist nicht zu übersehen, dass sich seit Baubeginn im März 2010 einiges getan hat, was die Augen von Marina Zuzzi-Krebitz, Präsidentin des Kärntner Landestierschutzvereines, strahlen lässt. Schon von der Judendorfer Straße aus kann man sehen, dass kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist. Drei Stockwerke, terrassenartig in den Hang gebaut, lassen schon erahnen, wie das neue Tierheim aussehen wird.
"Vom alten Komplex bleibt nur das Haupthaus, wo auch früher der Haupteingang und das Büro waren, übrig. Das Haus wird aber renoviert", so Zuzzi-Krebitz bei einer winterlichen Baustellenbegehung. Zurzeit können Tierheimbesucher nur über den "Hintereingang" eintreten, vorbei an Garagen und Futterküche. Nicht sehr einladend. Auch die Situation im Tierheim ist für viele Besucher in den letzten Jahren eher abschreckend gewesen. Die Hunde bellen in engen vergitterten Boxen um die Wette, Türen sind kaputt, von den Wänden bröckelt der Putz ab, Fliesen fehlen und es riecht alles andere als appetitlich. Dieser Zustand ist nicht nur für die Tiere unangenehm. Vor allem aber ist es für die Menschen, die dort arbeiten und zu Besuch kommen schlimm.
Um 100 Prozent besser
"Vieles wird sich zu 100 Prozent verbessern", ist Zuzzi-Krebitz überzeugt. Und die Verbesserung sieht man schon auf der Baustelle. Im neuen Tierheim - für das übrigens insgesamt neun Millionen Euro von Stadt, Land und der Horten-Stiftung investiert werden - bekommen die Tiere größere Boxen, die nicht vergittert, sondern mit Türen aus Sicherheitsglas abgeschlossen werden. Außerdem wird eine moderne Lüftungsanlage und viele Fensterfronten für ein angenehmes Raumklima sorgen. "Das hat es bis jetzt nicht gegeben. Die Technik nimmt allerdings sehr viel Platz ein", sagt Zuzzi-Krebitz. Eine Besonderheit werden auch die Hundefreigehege sein. Diese sind nicht mehr mit engmaschigen Gittern getrennt, sondern durch Steinzäune. "Wenn sich die Hunde nicht mehr sehen, wird das Gebell auch deutlich zurückgehen - was eine deutliche Verbesserung für die Anrainer bedeutet", sagt Zuzzi-Krebitz.
Für die Besucher wird das neue Tierschutzhaus nicht nur schön aussehen. Es wird auch ein Café, einen Shop sowie einen Veranstaltungsraum geben. Durch den Terrassenbau sind auch die Freigehege gut einsehbar. Die Besucherräume sowohl für Katzen- als auch für Hundefreunde sind nach englischem Vorbild hell gestaltet, die Boxen-Türen schräg angelegt. "Damit den Tieren der Schreck, der plötzlich vor ihnen stehenden Besucher, genommen wird", so Zuzzi-Krebitz.
Mit der Fertigstellung des Neubaus rechnet Zuzzi-Krebitz im Frühsommer, bis dahin gibt es noch einiges zu tun.
In der aktuellen Ausgabe des Magazins "Lebenswert" erschien ein Artikel über eine unserer treuen TierpatInnen, Frau Birgit Gasser, die sich unserer beiden älteren Tierheimhunde Bandito und Hexi liebevoll angenommen hat. Frau Gasser erzählt über ihre Beweggründe eine Tierpatenschaft übernommen zu haben und wie dankbar Patenhunde für jede Zuwendung sind. Den Artikel finden Sie hier oder in der "Lebenswert"-Ausgabe 08/10.
Wer immer schon einen Hund wollte, aber dem Vierbeiner nicht genügend Zeit und Platz bieten kann, sollte Hunde-Pate werden. Vor allem in der Weihnachtszeit ein wichtiges Thema, da immer wieder unüberlegt Tiere als Geschenk unter dem Christbaum landen. - Eine Selbsterfahrung als "Neo-Hundepatin" und ein Appell an die Vernunft.
"Lucky" ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes ein "glücklicher" Tierheim-Hund (Foto © Kleine Zeitung DIGITAL)
Eigentlich hätte es nur ein Artikel über Patenschaften für Tierheim-Hunde werden sollen. Doch das Schicksal geht bekanntermaßen seine ganz eigenen Wege; wenn es sein muss, auch auf vier Pfoten. Je intensiver ich für diese Reportage recherchierte, desto stärker wurde mein Wunsch, selbst die Patenschaft für einen Tierheim-Hund zu übernehmen. Vielleicht ergeht es Ihnen ja so wie mir, und der nächste Weg nach der Lektüre dieses Artikels führt Sie ins Landestierschutzhaus. Aber dazu später mehr.
Vor allem in der Weihnachtszeit kann nicht oft und eindringlich genug appelliert werden: Tiere sind keine Geschenke. Immer wieder landen Hunde, Kaninchen & Co. unüberlegt unter dem Christbaum - und viel zu oft nach kurzer Zeit im Tierheim. Man hat es sich doch leichter vorgestellt... Also zuerst denken, dann schenken. "Wer immer schon einen Hund wollte, aber dem Vierbeiner nicht genügend Zeit und Platz bieten kann, sollte Hunde-Pate werden", rät Marina Zuzzi-Krebitz, Präsidentin des Tierschutzvereines und Leiterin des Landestierschutzhauses Klagenfurt, beim Interview-Termin im Tierheim. "Wir bieten nicht nur für Hunde Patenschaften an, sondern auch für Katzen oder Kleintiere". So eine Patenschaft, beispielsweise für einen Hund, ist die ideale Möglichkeit, sich selbst oder die Familie an die Verantwortung, die einen als Hundebesitzer erwartet, "heranzutasten".
Pate für die kalte Schnauze
Wie schaut so eine Hunde-Patenschaft nun in der Praxis aus? Zuerst wird mit einem Pfleger der geeignete Hund ausgewählt. Soll es ein ruhiger sein, ein älterer oder doch ein temperamentvoller? Wichtig ist aber auch, dass der Vierbeiner den potenziellen Paten "gut riechen" kann. Stimmt die gegenseitige Sympathie, zahlt man für seinen Paten-Hund 15 Euro pro Monat. Damit werden Tierarzt und Futterkosten gedeckt. Man kann so oft mit dem Hund spazieren gehen wie man Zeit und Lust hat. Je häufiger desto besser versteht sich. "Man kann in der ruhigen, ländlichen Umgebung ausgedehnte Spaziergänge unternehmen, aber es ist auch möglich, den Paten-Hund übers Wochenende mit nach Hause zu nehmen", erklärt Zuzzi-Krebitz. Kritiker könnten nun meinen, die Tiere würden erst recht leiden, wenn sie Sonntagabend oder Montag früh wieder im Tierheim abgegeben werden. "Aber es gab noch nie Probleme. Die Tiere wissen, dass ihre Paten wiederkommen", so Zuzzi-Krebitz.
Wie entstand überhaupt die Idee, Tier-Patenschaften anzubieten? Angefangen hat alles vor rund 20 Jahren. Zuzzi-Krebitz' Vater Siegfried Krebitz, einer der bekanntesten Tierärzte Kärntens und bis zu seinem Tod 1999 Präsident des Landestierschutzvereines, hatte aus einem Einzelfall heraus die Idee geboren. "Ein Opa ist damals auf ihn zugekommen. Seine Enkelin hätte so gerne einen Hund gehabt, die Eltern haben es ihr aber nicht erlaubt. Ob man da nicht irgendetwas machen könnte", erzählt Zuzzi-Krebitz. Und da entstand die Idee der Tier-Patenschaft. Über Mundpropaganda wurde diese Alternative publik und immer mehr Menschen wollten auf diese Weise zu "Hunde-Besitzern" werden. "Ich glaube, das Landestierschutzhaus Klagenfurt war überhaupt das erste Tierheim in Österreich, das solche Patenschaften angeboten hat", so Zuzzi-Krebitz.
Ein hartnäckiges Vorurteil räumt die passionierte Tierärztin auch gleich aus dem Weg: "Tierheim-Hunde sind nicht verhaltensgestört! Und die Paten tragen sehr viel dazu bei. Die Hunde gewöhnen sich wieder an den Kontakt mit Menschen, werden untereinander sozial verträglicher und viele blühen wieder so richtig auf", freut sich Zuzzi-Krebitz. "Die Hunde warten immer schon darauf, dass sie von ihren Paten zum Spazierengehen abgeholt werden". Aber nicht nur den Hunden wird mit den Patenschaften etwas Gutes getan, auch die Menschen profitieren davon - nicht allein wegen der frischen Luft und der Bewegung. "Es gibt viele schöne Geschichten. Ich denke zum Beispiel an einen schwer kranken Mann, der mit seinem Paten-Hund zu neuer Lebensenergie gefunden hat", erinnert sich Zuzzi-Krebitz. Paten-Hunde werden außerdem auch von Vereinen, die sich um Jugendliche mit Problemen kümmern, erfolgreich eingesetzt. "Hunde als Therapie. Das hat schon mein Vater immer gesagt und wurde anfangs dafür noch belächelt".
Wenn man seinen Paten-Hund gefunden hat und dieser übrigens plötzlich vermittelt werden soll, hat man als Pate ein "Vetorecht". Ist man mit dem zukünftigen Besitzer nicht einverstanden, wird der Paten-Hund auch nicht abgegeben. Und es besteht natürlich immer die Möglichkeit, nach einer langen Zeit der Prüfung als Hunde-Pate den Vierbeiner schlussendlich selbst aufzunehmen. Ein richtiges Happy End für alle Beteiligten ist also nicht ausgeschlossen.
Einen Wunsch in Hinsicht auf das neue Landestierschutzkompetenzzentrum, das Ende 2011 fertig gestellt wird, hat Zuzzi-Krebitz abschließend noch: "Die Verkehrsanbindung beziehungsweise Verkehrs-Nichtanbindung mit Bussen ist ein noch ungelöstes Problem. Hier sind Lösungen gefordert, damit auch Menschen ohne Auto zum Tierheim gelangen." Damit auch wirklich jeder den Weg ins Tierheim - und zu einem möglichen Paten-Tier - findet.
Glück auf vier Pfoten
Nach dem Interview-Termin mit Marina Zuzzi-Krebitz steht mein Entschluss jedenfalls fest: Ich werde Hunde-Patin. Tags darauf bekomme ich von einer Pflegerin eine Führung durch die Hunde-Abteilung. Die meisten Vierbeiner springen bellend gegen das Gitter, andere liegen auf ihren Decken und schauen mich verunsichert an. Und dann sehe ich ihn: einen schwarzen Setter-Mix mit weißem Brustfleck, der freundlich schwanzwedelnd auf mich zugelaufen kommt. "Lucky" heißt der temperamentvolle, aufgeweckte Kerl (wenn das kein Zeichen ist) und er ist tatsächlich einer jener Hunde, die noch keinen Paten haben. Ich will ihn und keinen anderen.
Eigentlich hätte es nur ein Artikel über Patenschaften für Tierheim-Hunde werden sollen. Am Ende hat einer der vielen Vierbeiner ein Stückchen "Hunde-Alltag" zurückbekommen. Jetzt ist "Lucky" im wahrsten Sinne des Wortes "lucky". Und nicht nur er. Erwartungsvoll schaut er mich mit seinen warmen braunen Augen an: Endlich geht's wieder hinaus ins Freie und "Lucky" kann an der langen Leine über die Wiese jagen. Schon zieht er mich in Richtung Türe...
Quelle: Kleine Zeitung Online, 23.11.2010