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Der Landestierschutzverein Kärnten
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Kastenstand? Nein, Danke!

Donnerstag, 9. Juni 2011

Schweine Bundestierschutz Kastenstände


Die oben stehende Petition gegen Kastenstände und betäubungslose Kastration von Ferkeln wurde von unserer Präsidentin Dr. Marina Zuzzi-Krebitz im Namen aller Mitglieder und Freunde des Landestierschutzvereins Kärnten an Gesundheitsminister Alois Stöger und Sektionschef Dr. Franz Jäger vom Landwirtschaftsministerium übergeben (hier). Die Petition wird von 70 österreichischen Tierschutzvereinen unterstützt.

Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT) wird zu dem Thema am 15. Juni eine Pressekonferenz abhalten, bei der der schwedische Professor Dr. Bo Algers über die Schweinehaltung in Schweden berichten wird. In dem skandinavischen Land gibt es schon seit vielen Jahren keinen Kastenstand in der Schweinezucht mehr. Prof. Algers wird im Parlament mit den Landwirtschafts- und Tierschutzsprechern der einzelnen Parteien über die guten Erfahrungen mit dem schwedischen Modell sprechen.

Hier noch einmal der genaue Wortlaut der Petition:

STELLUNGNAHME DER ÖSTERREICHISCHEN TIERSCHUTZ-
ORGANISATIONEN ZUR HALTUNG VON SCHWEINEN

Die Schweine waren die Verlierer des Bundestierschutzgesetzes 2005. Während es mit diesem Gesetz einige Verbesserungen in verschiedenen Tierschutzbereichen gab, wurden die Haltungsvorschriften für Schweine zu jenem des schlechtesten Landestierschutzgesetzes nivelliert und an die EU-Mindestrichtlinie angepasst.

Insbesondere die Haltung von Mutterschweinen in sogenannten Kastenständen, also in körpergroßen Käfigen, so- wohl während der Zeit der Befruchtung als auch der Zeit des Säugens der Ferkel (Abferkelgitter), ist vom Stand- punkt des Tierschutzes inakzeptabel. Kein Tier darf heutzutage mehr in einem Käfig gehalten werden, der ihm praktisch keine Bewegung, kein Umdrehen und nicht die Befriedigung der minimalsten Bedürfnisse ermöglicht.
Verschiedene Länder, wie z.B. England, Norwegen, Holland, Schweden und die Schweiz, haben vorgezeigt, dass es brauchbare Alternativen zu Kastenständen gibt und Kastenstände verboten. Selbst der dänische Ver- band der Schweinezuchtbetriebe fand, dass in Abferkelbuchten mit frei beweglichem Mutterschwein weniger Ferkel sterben, als wenn das Mutterschwein in den Kastenstand gesperrt wird. Der Grund dafür ist, dass die Mutter im Kastenstand so leidet, dass sie weniger isst, dadurch weniger Milch gibt und ihre Ferkel zu wenig versorgen kann.

Aber auch die betäubungslose Kastration der männlichen Ferkel ist mit einem modernen Tierschutzgedanken nicht vereinbar. Für jedes andere Säugetier ist im Tierschutzgesetz eine wirksame Betäubung bei der Kastration vorgeschrieben. Auch wenn sich junge Ferkel nicht wehren und nicht so laut schreien können, erleiden sie beim Entfernen der Hoden große Schmerzen. Die Gabe von Schmerzmitteln statt einer Betäubung ist nicht ausreichend. Bei einer so schwerwiegenden Operation ist eine wirksame Betäubung unverzichtbar.

DIE ÖSTERREICHISCHEN TIERSCHUTZ- ORGANISATIONEN FORDERN DAHER IN DER SCHWEINEHALTUNG:

EIN ABSOLUTES VERBOT VON KASTENSTÄNDEN UND ABFERKELGITTERN
EIN VERBOT DER BETÄUBUNGSLOSEN KASTRATION

Liebe Tierfreunde, bitte helft uns, dass wir weiterhin für ein Verbot der Kastenstände und der betäubungslosen Ferkelkastration kämpfen können:

Spendenkonto: 400 999 1, BLZ 52000, Kennwort: "SCHWEINE"

Vielen Dank!


Unsere Vereinspräsidentin Dr. Marina Zuzzi-Krebitz besuchte gestern als Mitglied einer Tierschutzdelegation den für Tierschutz zuständigen Bundesminister Alois Stöger, um ihm eine Petition für die Verbote von Kastenständen in der Schweinezucht und der betäubungslosen Kastration von Ferkeln zu übergeben.

Der Tierschutzdelegation gehörten neben unserer Präsidentin, VertreterInnen des Dachverbands oberösterreichischer Tierschutzorganisationen, des Aktiven Tierschutz Steiermark, des Wiener Tierschutzvereins, des Dachverbandes österreichischer Tierschutzorganisationen und des Vereins Gegen Tierfabriken an.

v.l.n.r. Dr. Madeleine Petrovic, Präsidentin Wiener Tierschutzverein, Minister Alois Stöger, Dr. Marina Zuzzi-Krebitz, Präsidentin Landestierschutzverein Kärnten, DDr. Martin Balluch, Obmann VGT

Bei der Übernahme, der von 70 österreichischen Tierschutzorganisationen unterzeichneten Petition, zeigte sich Gesundheitsminister Stöger sehr interessiert und versprach mit seinem Verordnungsentwurf das Anliegen weitmöglichst umzusetzen. Momentan laufen Verhandlungen zwischen Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium zur Frage eines Kastenstandverbots. Auch im Landwirtschaftsministerium empfing man die Delegation und war gesprächsbereit. Bis zum Spätsommer will man einen Kompromiss gefunden haben.

Drei von vier "Zuchtsauen" fristen ihr Leben im Kastenstand

Die Situation der Österreichischen Zuchtschweine ist als katastophal einzuschätzen. 75 Prozent der heimischen Zuchtsauen leben ununterbrochen im tierquälerischen Kastenstand. Die engen, sargähnlichen Käfige hindern die Muttersauen fast vollkommen an ihrer Bewegung. Sie werden in der Phase der Befruchtung und der Schwangerschaft in die Kastenstände gesperrt. Diese sind Sau an Sau angeordnet und ermöglichen dem Schweinezuchtbetrieb so eine platzsparende Aufstallung bei totaler Kontrolle über das Tier.

In der Phase der Geburt und des Säugens werden die Mutterschweine in sogenannte "Abferkelgitter" gesperrt. Auch bei dieser Variante des Kastenstands handelt es sich um körpergroße Einzelkäfige in denen außer Aufstehen und Hinlegen jede Bewegung für das Mutterschwein unmöglich gemacht wird. Das Abferkelgitter steht in einer Bucht in der sich die Ferkel befinden. Normalerweise weist die Bucht einen perforierten Boden auf, durch den Urin und Kot abrinnen bzw. durchgetreten werden. Nest- und Beschäftigungsmaterial wie vor allem Stroh ist daher in den Buchten nicht zu finden, da dieses die Löcher im Boden verstopfen würde.

 


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