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Durchbruch für den Robbenschutz im EU-Parlament
Das Europaparlament stimmte heute mit 550 von 640 Stimmen für ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte. Der Verordnungsentwurf verbietet den profitorientierten Verkauf von Robbenprodukten innerhalb der EU. Mit dieser Abstimmung sagt Europa klar und deutlich: "Nein, Europa will nichts mit der Robbenjagd und ihren blutigen Produkten zu tun haben," kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Deutschland-Direktor des Internationalen Tierschutz-Fonds IFAW.
EU-weite Regelung
"Endlich haben wir eine EU-weite Regelung, die über unsere Grenzen hinaus dem Tierschutz Vorschub leistet", freut sich Jörg Leichtfried, SPÖ-Europaabgeordneter und Mitglied in der „Animal Welfare Intergroup" des Europäischen Parlaments, über die Abstimmung im Plenum des EU- Parlaments heute Dienstag.
Diane Wallis von der liberalen Fraktion ALDE hat als Berichterstatterin des Parlaments ursprünglich lediglich ein Kennzeichnungssystem für Seehundprodukte vorgeschlagen, das zeigen sollte, ob ein Produkt unter Wahrung bestimmter Auflagen und tierschutzethischer Minimalkriterien hergestellt wurde. „Das ging uns nicht weit genug und hätte nur die bereits bestehenden Handelsverbote vieler EU-Mitgliedsländer untergraben", so Leichtfried. Auf Druck von Abgeordneten verschiedener Fraktionen konnte man sich auf eine schärfere Regelung einigen, nämlich ein Handelsverbot.
Drei Ausnahmen
In den Verhandlungen mit dem Rat wurden schließlich drei Ausnahmeregelungen ausbedungen. Der Handel mit Robbenprodukten soll dann erlaubt sein,
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wenn sie aus der Jagd im Rahmen der Subsistenzwirtschaft der indigenen Bevölkerung in der Arktis stammen
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wenn sie "in Einzelfällen für persönlichen Gebrauch importiert" werden
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wenn es sich um "Nebenprodukte streng regulierter Jagd nach Maßgabe der nachhaltigen Meeresressourcen" handelt.
"Wir hätten die letzten beiden Punkte gerne gestrichen, leider war eine konservative Mehrheit für diese Ausnahmen. Trotzdem ist es insgesamt ein guter Kompromiss", erläutert SPÖ-Europaabgeordneter Wolfgang Bulfon, Mitglied des zuständigen Ausschusses für Binnenmarkt und Konsumentenschutz.
Auswirkungen im Vorfeld der EU-Entscheidung
Schon im Vorfeld der EU-Parlamentsentscheidung sind die Auswirkungen auf die kanadische Robbenjagd zu beobachten. So wurden dieses Jahr bis Ende April insgesamt 57.000 Robben getötet – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Im Jahr zuvor waren es noch etwa 200.000 getötete Tiere und 2006 sogar 330.000 Sattelrobben. Die Preise für Robbenfelle stürzten 2009 auf neun Euro pro Fell – etwa die Hälfte des Preises, der noch 2008 erzielt wurde.
Insgesamt haben nun 30 Nationen den Verkauf von Robbenprodukten verboten, davon sieben der zehn für Kanada wichtigsten Exportländer.
Russland erlässt Jagdverbot auf Baby-Robben
Erst vor wenigen Wochen hat Russland nach langjährigem Drängen des IFAW ein Jagdverbot für Robben im Weißen Meer, die jünger als ein Jahr sind, erlassen. Damit wurde die russische Robbenjagd faktisch beendet.
Quelle: www.vgt.at
Utl.: Grüne verhindern, dass ein Schlupfloch für 'nach tierschutzkonformen Methoden’ getötete Robben in das Gesetz aufgenommen wurde =
Wien (OTS) - Zur Verabschiedung des Handelsverbotes mit Robbenprodukten durch das europäische Parlament erklärt die Abgeordnete der Grünen im Europaparlament, Eva Lichtenberger: "Das heute verabschiedete europaweite Handelsverbot für Robbenprodukte ist ein großer Erfolg. Durch die ab 2010 gültigen Handelsbeschränkungen wird die kommerzielle Robbenjagd endlich auf effektive Weise begrenzt. Dieser Schritt war überfällig: In den USA und einem Teil der EU-Länder ist der Verkauf von Robbenfellen, Ölen oder Robbenfleisch längst verboten."
Die Grünen konnten verhindern, dass ein Schlupfloch für 'nach tierschutzkonformen Methoden' getötete Robben in das Gesetz aufgenommen wurde. "Eine 'tierschutzkonforme' Jagd ist aufgrund der klimatischen und geographischen Bedingungen nahezu unmöglich und auch nicht zu kontrollieren. Das bestätigen Europäische Experten und selbst eine kanadische Regierungskommission. Ausnahmeregelungen vom Handelsverbot gibt es nur für Robbenerzeugnisse, die aus der traditionellen Jagd der Inuit stammen", erläutert Lichtenberger.
Der Rat bestand drauf, dass "zur Sicherung der Fischbestände" auch in Zukunft Robben in kleinen Mengen gejagt werden dürfen. "Diese Argumentation ist nicht überzeugend - Robben und Fische leben von Natur aus seit Jahrmillionen in einem Gleichgewicht. Um Missbrauch zu verhindern haben wir erfolgreich darauf bestanden, dass diese Produkte anschließend nicht gewinnbringend verkauft werden dürfen", schließt Lichtenberger.
Rückfragehinweis
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at
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OTS0197 2009-05-05/12:52
051252 Mai 09
Wien (SK) - "Endlich haben wir eine EU-weite Regelung, die über unsere Grenzen hinaus dem Tierschutz Vorschub leistet", freut sich Jörg Leichtfried, SPÖ-Europaabgeordneter und Mitglied in der "Animal Welfare Intergroup" des Europäischen Parlaments, über die Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments am Dienstag. Auch SPÖ-Europaabgeordneter Wolfgang Bulfon, Mitglied des zuständigen Ausschusses für Binnenmarkt und Konsumentenschutz, begrüßt die neue Regelung.
Die Berichterstatterin Diane Wallis der liberalen Fraktion ALDE hat als Berichterstatterin des Parlaments ursprünglich lediglich ein Kennzeichnungssystem für Seehundprodukte vorgeschlagen, das zeigen soll, ob ein Produkt unter Wahrung bestimmter Kriterien hergestellt wurde. "Das ging uns nicht weit genug und hätte nur die bereits bestehenden Handelsverbote vieler EU-Mitgliedsländer untergraben", so Leichtfried. Auch auf Druck der sozialdemokratischen Abgeordneten konnte man sich auf eine schärfere Regelung einigen, nämlich ein Handelsverbot.
In den Verhandlungen mit dem Rat wurden schließlich drei Ausnahmeregelungen verhandelt. Der Handel mit Robbenprodukten soll dann erlaubt sein, wenn sie aus der Jagd im Rahmen der Subsistenzwirtschaft der indigenen Bevölkerung in der Arktis stammen, wenn sie in Einzelfällen für persönlichen Gebrauch importiert werden oder wenn es sich um Nebenprodukte streng regulierter Jagd nach Maßgabe der nachhaltigen Meeresressourcen handelt.
"Wir hätten die letzten beiden Punkte gerne gestrichen, leider war eine konservative Mehrheit für diese Ausnahmen. Trotzdem ist es insgesamt ein guter Kompromiss", so Bulfon.
"Das EU-Verbot des Handels mit Katzen- und Hundefellen hat bereits positive Auswirkungen, weil nun weniger dieser für ihre Haut und ihr Fell getötet werden. Ich hoffe, wir werden auch bei den Robben bald die positiven Auswirkungen nachweisen können"
Rückfragehinweis:
Claudia Saller, SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament, Tel. +32 (0) 2 28 43364, Mobil: +32 (0) 475 6066 34
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275, Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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OTS0189 2009-05-05/12:43
051243 Mai 09
Straßburg (ots) - Das Europaparlament stimmte heute mit 550 von 640 Stimmen für ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte. Der Verordnungsentwurf verbietet den profitorientierten Verkauf von Robbenprodukten innerhalb der EU.
"Mit dieser Abstimmung sagt Europa klar und deutlich: Nein, Europa will nichts mit der Robbenjagd und ihren blutigen Produkten zu tun haben," kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Deutschland-Direktor des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).
Dass es eine Einigung bei der ersten Lesung gab, ist Zeichen des starken politischen Willens für ein Handelsverbot für Robbenprodukte der drei EU-Institutionen Kommission, Parlament und Ministerrat. Der IFAW erwartet, dass der EU-Ministerrat dem Entwurf im Juni unverändert zustimmt.
Ausgenommen von dem Verbot sind Verkäufe von Produkten der Jagd von Inuit und anderen indigenen Völkern.
"Der IFAW setzt sich seit 40 Jahren für ein Ende der kanadischen Robbenjagd ein. Kanada sollte endlich einsehen, dass die Welt diese grausamen Jagd nicht will," so Sonntag weiter. "Kanada muss die Augen öffnen und die Signale erkennen und endlich das blutige Töten beenden."
Schon im Vorfeld der EU-Parlamentsentscheidung sind die Auswirkungen auf die kanadische Robbenjagd zu beobachten. So wurden dieses Jahr bis Ende April insgesamt 57.000 Robben getötet. Im Jahr zuvor waren es noch etwa 200.000 getötete Tiere und 2006 gar 330.000 Sattelrobben. Die Preise für Robbenfelle stürzten 2009 auf neun Euro pro Fell; etwa die Hälfte des Preises, der noch 2008 erzielt wurde. Insgesamt haben nun 30 Nationen den Verkauf von Robbenprodukten verboten, davon sieben der zehn für Kanada wichtigsten Exportländer.
Erst vor wenigen Wochen hat Russland nach langjährigem Drängen des IFAW ein Jagdverbot für Robben im Weißen Meer, die jünger als ein Jahr sind, erlassen. Damit wurde die russische Robbenjagd faktisch beendet.
Rückfragehinweis:
Pressekontakt:
Andreas Dinkelmeyer, Tel. 040-866 500 15, Fax 040-866 500 22,
Mobil: 0173 - 622 75 39; E-mail: adinkelmeyer@ifaw.org
In Straßburg vor Ort: Dr. Ralf Sonntag, Mobil: 0172 - 439 05 83
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OTS0192 2009-05-05/12:46
051246 Mai 09
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