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Woher kommt das Martiniganserl?

Mittwoch, 11. November 2009

Dr Zuzzi-Krebitz Martiniganserl

Spielt denn das eine Rolle, woher das Ganserl kommt? Hauptsache es ist gut zubereitet! Wird so mancher, der rund um den 11. November, dem Fest des Heiligen Martins, traditionsgemäß auf sein Martiniganserl nicht verzichten möchte, fragen.

Weidegänse auf der Wiese Weidegänse auf der Wiese (Bild: ORF)

Es spielt sogar eine ganz große Rolle. Mehr als 80% der rund 400 000 in Österreich jährlich zu Martini und Weihnachten verspeisten Gänse stammen aus dem Ausland und waren Zeit ihres Lebens nicht durch gute Tierschutzgesetze geschützt. Eingepfercht auf engstem Raum ohne jeglichen Auslauf, manchmal sogar in Einzelhaltung in winzigen Drahtgitterkäfigen, müssen die Tiere dahinvegetieren und werden innerhalb kürzester Zeit auf das erwünschte Schlachtgewicht gemästet.

Manchem dieser Tiere bleibt es nicht einmal erspart ein oder mehrmals, je nach Lebensdauer, bei lebendigem Leib gerupft zu werden. Die so begehrten weichen Daunenfedern wachsen ja immer wieder nach und so werden die Gänse für die Daunengewinnung beim so genannten Pusztarupf in Ungarn in der Zeit von Februar bis Oktober bis zu viermal gerupft. Gleichzeitig werden die Tiere auch gemästet um die Gänse doppelt nutzen zu können. Da es sich beim Rupfen um Akkordarbeit handelt, wird aus Zeitgründen, sowohl beim Fangen als auch beim Rupfen, äußerst brutal und rücksichtslos vorgegangen. Gebrochene Beine und Flügel sind ebenso die Folge wie Haut- und Fleischwunden. Aber auch die nicht verletzten Tiere sind nach dieser schmerzhaften Prozedur schwer geschockt. Doch nicht nur das Fleisch dieser geschundenen Tiere kommt in Österreich zum Verkauf, auch das Fleisch jener Gänse die zur tierquälerischen Stopflebererzeugung herangezogen wurden.

In Österreich selbst ist jedoch sowohl das Stopfen der Gänse, als auch der Lebendrupf verboten, weiters ist regelmäßiger Weidegang unbedingt vorgeschrieben. Daher ist es einmal mehr unumgänglich sich aus Tierschutzgründen ausschließlich für heimische Produkte zu entscheiden. Wenn Martiniganserl, dann bitte eines, das sein Leben auf grünen Wiesen in Freiheit verbracht hat, ohne geschunden worden zu sein.

Dr. Marina Zuzzi-Krebitz

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