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Trotz Verbotes: Katzenfell verkauft

Mittwoch, 17. Juni 2009 Presse Katzenfelldecken

Tierschützer schlagen Alarm: Oberkärntner Pensionisten (79) wurden - trotz Verbotes - Decken aus Katzenfell angeboten. Jetzt ermittelt die Polizei.

Zahlreiche Kärntner dürften in letzter Zeit Decken aus Katzenfell gekauft haben. Obwohl der Import und Verkauf von Katzenfell seit Anfang des Jahres streng verboten ist. Die Herstellung der Decken, die als Wundermittel gegen Rheuma und Arthrose gepriesen werden, geht auf grausamstes Tierleid zurück. Die Katzen werden dafür lebendig gehäutet.

Naturheilmittel gegen Schmerzen

Ein schmerzgeplagter Oberkärntner Pensionist (79) ist einer österreichischen Handelsgesellschaft, die offenbar solche Decken verkauft, auf dem Leim gegangen: Zuerst erhielt er einen Flyer ins Haus, auf dem ein Naturheilmittel gegen Schmerzen versprochen wird. Dann sendete er den "Gratis-Informations-Gutschein" ein. Ein paar Tage später stand ein Vertreter an der Haustüre. "Mein Vater hat ständig Schmerzen und der Mann hat Katzenfelldecken als Linderung angepriesen", sagt die Tochter des Pensionisten. "Zudem zeigte der Vertreter ihm eine Liste von Personen, welche schon die Katzenfelldecke gekauft hätten - und mein Vater hat einige Namen gekannt." Der Pensionist kaufte schließlich eine Unter- und eine Zudecke um 1838 Euro.

Seine Tochter schöpfte Verdacht. Sie informierte Tierschutzombudsfrau Marina Zuzzi-Krebitz, die Arbeiterkammer und die Polizei. Zuzzi-Krebitz: "Aus Sicht des Tierschutz ist es ein Wahnsinn. Der Verkauf von Katzen- und Hundefell ist streng verboten. Die Firma ist bereits negativ aufgefallen, vor allem alte, kranke Menschen werden reingelegt - kein Einzelfall also." Josefine Traunik, Konsumentenschützerin bei der Arbeiterkammer: "Das könnte zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen haben und es ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz." Sie verweist darauf, dass man auch bei solchen Geschäften ein Rücktrittsrecht hat. Die Familie des Pensionisten hat die Firma wegen Betruges angezeigt. Gegenüber der Polizei weist diese alle Vorwürfe zurück. Ihr Argument: Es sei gar kein Katzen- sondern Kaninchenfell. Zuzzi-Krebitz: "Wahrscheinlich eine Schutzbehauptung. Wenn es so wäre, hätte die Firma keine 1800 Euro verlangen dürfen, denn Kaninchen sind viel viel billiger." Ein Laie kann den Unterschied nur schwer feststellen. Eine DNA-Analyse könnte Klarheit bringen.

Quelle: kleinezeitung.at