Kontakt
Der Landestierschutzverein KärntenJudendorfer Straße 46
9020 Klagenfurt
0463 / 43 5 41-0
FAX: DW 24
refugium@tierschutzhaus.com
Öffnungszeiten
Montag - Freitag: 11 - 17 UhrSamstag: 10 - 12 Uhr
Spenden für Tiere in Not
Werden Sie Mitglied oder übernehmen Sie eine Patenschaft für einen der vielen Vierbeiner!
per Überweisung
Kontonummer: 400 999 1Hypo Group Alpe Adria
BLZ 52000
per SMS
unter der kostenfreien Nummer 0800 100 220
Kennwort: TIERNOT
Spendengütesiegel
Nach Wirtschaftsprüfung wurde dem Landestierschutzverein Kärnten das Österreichische Spendengütesiegel verliehen.
Wooly
Dear Landestierschutzhaus-worker,
we want to thank you again for our dog, Wooly, the german shepherd-mix. He is very fine, he has a big garden to live, and two horses, and now a little hungarian pointer-labrador mix (we also find him as he was 6-8 weeks old, in november, near the highway in a box) to play with. We wish, there were much more people, who care about animals like you. Thank you for your helpfulness to us, and your kindness to our dog.
Best regards
Gabor Pinter and Virag Wenczel from Hungary Wooly's family
P.S.: Here we send some photos about Wooly, we hope, you like them.
Brief von der Dackelhündin "Lady"
Hallo Ihr Lieben!
Ich möchte mich bei euch kurz melden und euch mitteilen, dass es mir gut geht.
An mein neues Revier habe ich mich schon gut gewöhnt, es gefällt mir recht gut und ich pass auch brav auf, dass keine fremden Leute hereinkommen. Da knurre und belle ich, dass es eine Freude ist. Ich glaube auch, dass ich nicht mehr "Lady" heiße, denn alle rufen mich immer "Wauzi". Na, wie sie meinen, ich höre eh nur dann hin, wenn`s mir gerade passt!
Meine neuen "Oberhunde" sind eigentlich eh ganz coole Typen, nur ein wenig komisch sind sie, weil sie mich nicht in ihren Betten schlafen lassen wollen und auch auf die Wohnzimmersitzbank darf ich nicht. Aber ihr kennt mich ja: Ich gebe da nicht so schnell auf und arbeite daran, sie schon noch in meinem Sinne zu erziehen.
Die Spaziergänge gefallen mir auch sehr gut und ich darf auch schon tw. frei herumlaufen, was sehr aufregend und interessant ist.
Nur sind meine Oberhunde glaub` ich etwas futterneidig, denn sie wollen nicht kapieren, dass ich ständig hungrig bin. So muss ich halt immer ganz besonders lieb schauen, damit einmal eine Extraration für mich abfällt.
So, das wären einmal von mir die Topnews! Ich möchte euch alle noch recht lieb grüßen und soll euch auch von den Oberhunden daheim liebe Grüße ausrichten.
Ich melde mich dann wieder einmal und schaue auch bei euch einmal vorbei!
Liebe Grüße,
"Lady" (Wauzi)
Nachricht von Maxi und Moritz
Tag 4 in meinem neuen zu Hause ...
Liebe "Mitarbeiterinnen" vom Tierheim ... ich MAXI, fühle mich hier "sauwohl"... als ob ich nie wo anders gewesen wäre. Mit Moritz vertrage ich mich toll. Wir spielen ab und zu fangen, essen gemeinsam und schlafen zusammen im Bett von und mit unserer DOSI ... wir geben uns abends immer ein "Küsschen" ... tja und was soll ich sagen, am ersten Tag haben wir uns nur 2 x angepfaucht ... nach 2 Stunden war ich auch im Kisterl und mach das immer so ... also von wegen "nicht stubenrein"...wie ihr auf den Bildern seht sitzen wir gemeinsam auf der Heizung und schauen, ob es bald Frühling wird, damit wir länger am Balkon sitzen können … ich hab heute schon einmal probiert, wie es da so ist ... und noch was ich darf überall in der Wohnung herumlaufen und schauen, ob alles in Ordnung ist, was ich sehr genieße ... dafür muss unsere Dosi immer aufpassen, dass sie nicht über mich stolpert, weil ich bin sehr anhänglich und folge ihr oft, wie ein Hündchen ... Ich sage DANKE, dass ihr mich da hin vermittelt habt ...
P.S. ... ist das nicht herrlich, wie schnell sich MAXI eingelebt hat, ich hatte mit mehr Zoff gerechnet, bin total überrascht und freu mich so, dass alles so toll läuft ... ich geb ihn nimmer her ... heut war ich zur Kontrolle … Also nochmal DANKE und liebe Grüße Helga Speiser ein miiiaauuu und schnurrrr von MAXI und MORITZ....
Tiergeschichte – geschrieben von einer großen Gönnerin des Landestierschutzvereins Kärnten – Frau Gudrun Wirth
Mein Name ist Hannibal, ich bin ein Rauhaardackel und habe eine neue Mami bekommen, die Frauerl heißt und mich Moritz nennt. Noch vor kurzer Zeit lebte ich mit meiner Schwester Henriette und zwei Stehohren gefangen hinter Gittern. Meine Schwester ist älter als ich aber nur ein wenig, sie war die erste von uns sieben Geschwistern und ich war der letzte. Der semmelblonde mürrische Tasso mag mich nicht, hat aber Respekt vor Henriette, die mich beschützt, wenn er mich von unserem Fressnapf vertreiben will. Der schweigsame Zweite, der seinen Namen auch uns, seinen Mitbewohnern noch nicht verraten hat, wird von allen Zweibeinern Rex genannt, so wie die meisten Stehohren.

Hannibal und Henriette
„Hannibal aufstehen, es ist schon spät.“ Hannibal gähnte, öffnete die Augen und schloss sie gleich wieder. „Ich bin noch so müde. Ich habe schlecht geschlafen und von dem bösen Mann geträumt, danach konnte ich nicht mehr einschlafen, habe Ohren-Aufstellen geübt, aber es ging nicht.“ „Dummkopf“, sagte Henriette. „Weißt du wie du mit Stehohren aussehen würdest, einfach lächerlich. Deine Ohren, könntest du sie aufstellen, wären länger als deine Beine. Diesen Unsinn kann dir nur Tasso eingeredet haben. Dieser Semmelblonde ist stolz auf seine lächerlichen Stehohren, aber was siehst du, wenn er aus der Schüssel Wasser trinkt?“ „Eine blaue Zunge“, antwortete Hannibal. „Na eben, hat der hübsche Schweigsame eine blaue Zunge, oder alle anderen die von den Zweibeinern Rex genannt werden? Tasso ist kein echter Rex, seine Mama und sein Papa waren nicht von derselben Art. Dagegen waren unsere Eltern beide Rauhaardackel. Bei Frolic, Chappi und Pedigree es ist anstrengend deine Schwester zu sein. So und jetzt geh vor zum Gitter damit dich die Zweibeiner gut sehen können. Zeig ihnen deinen hübschen weißen Brustfleck, deine schönen Augen und wedle ganz viel, das mögen die Zweibeiner, du darfst auch bellen aber nicht zu lang.“ Hannibal stand langsam auf, schüttelte sich, streckte seinen kleinen Körper und lief vor an das Gitter, das ihn von der Freiheit trennte, dann kam er noch einmal zurück und fragte „was ist mit dir Henriette?“ „Erst kommst du Hannibal, mir macht es nichts aus mit den beiden Stehohren allein zu sein, ich finde schon einen Zweibeiner.“ Hannibal hasste das Gitter vor seiner Nase, auch wenn es bei weitem besser war, als mit sechs Geschwistern in einem fahrbaren Kasten ohne Wasser und Futter leben zu müssen. Obwohl Hannibal noch nicht viel Gutes von den Menschen erfahren hatte, schlummerte in ihm so etwas wie Sehnsucht nach einem eigenen Zweibeiner. Deshalb tat er was seine Schwester gesagt hatte, er legte sich gut sichtbar vor das Gitter und wartete.
Doch an diesem Vormittag nahm keiner der Besucher von dem süßen kleinen Schlappohr Notiz. Henriette beobachtete wie einer der Pfleger Lizzy, die hübsche Collie-Hündin, zum Tor brachte und auch Kuno, der Boxer, schien einen Zweibeiner gefunden zu haben. Als Hannibal hungrig vom Posieren war, lief er zum Fressnapf, da stellte sich ihm Tasso, der längst gesättigt war, in den Weg. Hannibal, alles eher denn eine Kämpfernatur, wollte den Rückzug antreten als Henriette wütend bellend auf den großen Mischling zuschoss und ihn laut keifend zu Recht wies. „Du hast dein Futter bereits gehabt, jetzt ist mein Bruder an der Reihe, verschwinde Vielfraß.“ Ohne Widerrede trat Tasso den Rückzug an und Hannibal konnte seinen Hunger stillen. „Weißt du jetzt, weshalb du früher einen Zweibeiner finden musst?“ „Ja Henriette, ich bemühe mich wirklich.“ „Ich weiß kleiner Bruder, morgen kommen andere Zweibeiner, lass den Kopf nicht hängen, es wird schon werden.“ „Und wenn es doch stimmt, dass die Zweibeiner nur Stehohren wollen, wie Tasso sagt?“ „Blödsinn, unsere beiden Geschwister haben auch einen Platz gefunden.“ Hera und Hiro waren gemeinsam von einer Familie aufgenommen worden. „Du hast bestimmt recht Henriette, es wird schon werden.“
Zwei Tage später blieb eine Besucherin vor dem Gitter stehen hinter dem Hannibal, Henriette, Tasso und der Schweigsame lebten. Hannibal tat was seine Schwester ihm gesagt hatte, Brust heraus, seelenvoller Blick, ein wenig bellen und viel wedeln. Als kurz darauf ein Pfleger mit einer abgewetzten Leine kam und Wasti rief, wusste Hannibal, dass er gemeint war, da alle Vierbeiner seines Schlages Wasti oder Waldi gerufen wurden. Zum ersten Mal seit seiner Ankunft meldete sich der Schweigsame „du musst wedeln kleiner, viel wedeln, das mögen die Zweibeiner.“ Tasso hob seinen mächtigen Kopf und feixte „du hast eine Stimme Langweiler, dann verrate uns doch endlich deinen Namen.“ „Ich heiße Nico“, antwortete dieser und legte sich wieder zur Seite. Mit einem Namen allein wollte sich die neugierige Henriette nicht zufrieden geben, jetzt wo der Bann gebrochen war konnte sie möglicherweise mehr erfahren. Sie ging langsam auf Nico zu und setzte sich an seine Seite. „Nico, warum redest du nicht mit uns?“ „Weil ich so traurig bin.“ „Traurig sind wir alle“, stellte Henriette fest. „Du auch?“ wollte Nico wissen. „Ich auch, wir waren einmal sieben, jetzt habe ich nur mehr Hannibal, er ist der Jüngste.“ Nicos Neugier war geweckt, „erzähle.“ „Nur wenn ich dann erfahre, warum du so traurig bist.“ „Gut, aber erst kommst du.“ „Wenn ihr reden wollt, dann verschwindet von hier, ich will schlafen“ schimpfte Tasso „ab mit euch ins Schlappohr-Eck.“ Unter anderen Umständen hätte Henriette auf diese freche Äußerung von Tasso reagiert, so aber wollte sie sich nicht bei einer sinnlosen Streiterei mit dem Semmelblonden aufhalten. Darum stand sie auf, wartete bis sich auch Nico erhoben hatte und verzog sich mit ihrem neuen Freund ins „Schlappohr-Eck.“
„Meine sechs Geschwister und ich wohnten in einem großen Haus mit Garten bei einer Familie mit zwei Kindern. So nennen die Zweibeiner ihre Jungen.“ „Ich weiß“, unterbrach Nico „in meiner Familie lebte ein Kind, Chris, er war mein Liebling.“ „An einem schönen Sommertag“, fuhr Henriette fort, „spielten wir im Garten, da sagte Mami „ich habe Hunger und gehe schnell in die Küche, bleibt hier und seid brav.“ „Wie immer lief Hesta hinter ihr her. Plötzlich stand ein fremder Mann bei uns, packte erst Hella und Hanno, dann mich und die anderen steckte uns in einen Sack und warf uns in eine Kiste mit Rädern.“ „Auto“. „Ja, Auto und fuhr mit uns los. Wir riefen nach Mami, die uns aber nicht hören konnte, weil der Mann von nebenan mit seinem Krachmacher auf der Wiese lärmte. Wir zitterten und japsten nach Luft. „Beißt so fest ihr könnt“, forderte ich meine Geschwister auf“, „wir müssen da raus“. Hannibal, der zuoberst lag und sich zumindest ein wenig bewegen konnte, gelang es ein Loch in den Sack zu beißen und den Strick mit dem der Sack zugebunden war, anzunagen. Es dauerte eine ganze Weile bis er herauskriechen konnte, dann konnten auch wir anderen uns befreien. Hella, die Kleinste und Zarteste von uns allen, die zuerst in das scheußliche Ding gesteckt worden war, rang nach Luft und klagte über Bauchschmerzen und Haro tat der Rücken weh. In unserem neuen Gefängnis war zwar mehr Platz, aber es war auch finster und schrecklich heiß. Wir alle mussten nach dem Schrecken und der Aufregung Gassi gehen, aber unser Gefängnis blieb nicht stehen. Als der Mann dann endlich die Tür öffnete, den leeren Sack sah und was wir sonst noch angerichtet hatten, nahm er den Strick und schlug auf uns ein. Wir haben alle was abgekriegt, aber Hella, die zu schwach war den Schlägen auszuweichen, wurde dabei schwer verletzt. Als wir dann endlich etwas Futter und Wasser bekamen, konnte sie nicht mehr aufstehen und auch Haro bewegte sich nicht normal. Das ging so eine Zeit weiter, kaum Futter, wenig Wasser, kein Auslauf und brütende Hitze. Bis wir eines Tages merkten, dass sich unser Gefängnis nicht bewegte, obwohl Autogeräusche zu hören waren, die immer leiser wurden. Der Mann kam nicht zurück, wir waren gefangen und allein. Hella wimmerte vor Schmerzen und Haro keuchte so seltsam, nur Hera, Hiro, Hannibal und ich waren noch so halbwegs fit. Was tun, mir musste etwas einfallen, aber was. Ich musste an Hesta denken, die jetzt bei unserer Mami war nur, weil sie nicht gefolgt hatte. Auch Gaia, unsere Mami war nicht immer folgsam gewesen, besonders wenn's ums Bellen ging. Was hatte unser Frauchen am Vorabend unserer Entführung zu unserer Mami gesagt. „Pst, aus, Ruhe Gaia, in der Nacht wird nicht gebellt.“ Und immer dann, wenn Gaia doch in der Nacht gebellt hatte, waren Herrl oder Frauerl nachsehen gegangen. Wann war Nacht, in unserem Gefängnis war es immer dunkel, wir mussten herausfinden, wann Nacht war. „Sucht nach einer Stelle, an der man nach draußen sehen kann, nur ob es hell oder dunkel ist“, forderte ich meine Geschwister auf. Bald darauf kam Hiro mit der Meldung „es ist hell, da, Henriette“, „gut, sehr gut, bleib davor liegen und gib uns Bescheid, wenn es dunkel ist.“ „Und was geschieht dann?“ wollte Hiro wissen, der Stellung bezogen hatte. „Dann bellen, jaulen und heulen wir alle so laut und so lange wird können. Wenn es hier Zweibeiner gibt, dann werden sie uns hören und nachsehen kommen“, erklärte ich den Geschwistern meinen Plan. Als es dunkel war schlug Hiro an und wir stimmten ein, wir bellten, jaulten und heulten so laut und so lange wir konnten.“ Was die kleinen Gefangenen nicht wussten, der verlassene Wohnwagen, ihr Gefängnis, stand auf einer Anhöhe, am Fuße des Hügels lag eine Wohnsiedlung, in der die Bewohner eine ganze Nacht lang nicht schlafen konnten. Provoziert durch das Gebell der fremden Hunde, heulten und bellten darauf auch die Hunde aus der Siedlung. Es klang so als würde eine Meute hungriger Wölfe die Häuser der Menschen belagern. Als es hell wurde, waren wir alle heiser und müde und wollten uns schlafen legen, als ein Zweibeiner, umringt von Schaulustigen, die Tür unseres Gefängnisses öffnete, einen nach dem anderen von uns ins Freie hob, absetzte und zuließ dass wir endlichen wieder normal unser Geschäftchen verrichten konnten. Hella bewegte sich nicht mehr und Haro war zu schwach um ein Beinchen zu heben, hockte sich hin wie in seiner Welpenzeit. Dann wurden wir in einem Auto hierher gebracht, wir bekamen Wasser und Futter und wurden zu Tasso gesperrt. Hella und Haro waren leider nicht mehr dabei. Hera und Hiro haben bald darauf Aufnahme bei einer Familie gefunden, Hannibal und ich warten noch."
Allein gelassen in seiner Ecke versuchte Tasso zu schlafen, fand aber keine Ruhe. Zum einen störte ihn gewaltig, dass Nico mit der kleinen sprach, während er ihm gegenüber beharrlich geschwiegen hatte. Zum anderen hätte er gerne gewusst aus welchem Grund Nico hierher gekommen war. Er fühlte sich ausgeschlossen und musste etwas unternehmen ohne dabei „das Gesicht“ zu verlieren. Da kehrte völlig überraschend Hannibal zurück. Nun konnte sich Tasso zu den anderen begeben. Hannibals traurig nach unten hängende Schwänzchen zeigte den anderen an wie unglücklich er war. Henriette lief auf ihren Bruder zu. „Du bist schon zurück, was ist denn geschehen, Hannibal?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete Hannibal traurig. „Ich war ganz brav, bin mit dem komischen Strick am Hals mit ihr Gassi gegangen und habe immer gewedelt, wie ich sollte. Mein Name ist Frauerl“, hat sie gesagt und „du bist mein kleiner....“ „nein, nicht Wasti oder Waldi, anders, ich hab es vergessen.“ „Wenn sie dir einen Namen gegeben hat, ist das ein gutes Zeichen“, warf Nico ein. Hannibal sah den Schweigsamen verwundert an, „du kannst reden?“ fragte er. „Ja kann ich“, antwortete Nico, „erzähle weiter“. „Dann ist Frauerl auf einen Kasten mit Rädern zugegangen, hat mich hochgehoben, hineingesetzt und die Tür geschlossen. Ich hockte in dem Kasten, voller Angst sie könnte mich allein zurücklassen, wollte ich mich freimachen und habe in etwas Weiches gebissen.“ „Du hast in ihrem Auto, so heißt das Ding, etwas angebissen?“ fragte Tasso ungläubig. „Ja.“ „Henriette, dein Bruder ist ein Dummkopf“, stellte Tasso fest. „Ist er nicht“, verteidigte ihn Henriette „Hannibal war zuvor nur ein Mal in einem Auto, ihr wisst wann, also ist er in Panik geraten noch dazu war er heute allein. Was ist dann geschehen?“ „Sie hat mich zurückgebracht“, sagte Hannibal kleinlaut. „Armer Kleiner“, meldete sich Nico. „Ein Auto ist das Lieblingsspielzeug der Menschen, oder wie ihr sagt Zweibeiner. Sie stellen die seltsamsten Dinge damit an, erst wird es patschnass gemacht, danach wieder trocken, zuletzt wird es mit einem weichen Tuch gestreichelt. Keine Ahnung wozu das gut sein soll, aber das macht den Menschen Spaß. Also fürs nächste Mal, einem Auto darf unsereiner nicht weh tun", erklärte Nico. „Sie kommt nicht wieder, es wird kein nächstes Mal geben“, stellte Tasso boshaft fest. „Doch wird es“, tröstete Henriette „es gibt auch andere Zweibeiner - Menschen.“ „Nicht Zweibeiner – Menschen“, verbesserte Nico, „entweder Zweibeiner oder Menschen, ein Wort genügt.“ „Weshalb hat sie sich dann für Hannibal einen Namen ausgedacht?" wollte Henriette wissen. „Das war bevor sich dein Bruder im Auto schlecht benommen hat“, erklärte Nico. „Ja, du hast recht. Ich muss mich jetzt ein wenig um meinen Bruder kümmern, danach möchte ich deine Geschichte hören, "okay?“ „Okay Henriette.“
Nico erzählt.....
„Ich war so glücklich bei meiner Familie obwohl ich ziemlich oft allein bleiben musste, Chris, das ist das Kind, kam immer zuerst nach Hause und hat dann mit mir gespielt. Mein Herrl hat für mich im Garten eine Hütte gebaut, damit ich gegen Regen und Hitze geschützt bin. Am letzten Tag mit meiner Familie war alles wie immer. Erst wurde ich von Herrl Gassi geführt, später gab es ein paar Frolic und danach ist meine Familie mit dem Auto weggefahren. Ich legte mich auf die Matte vor der Haustür um zu schlafen bis unsere Nachbarin, die Chris Tante Bea nennt, mich zum spazieren gehen abholte, das übernahm sie, wenn Herrl oder Chris nicht zu Hause waren. Danach durfte ich ins Haus zu meiner Futterschüssel und bekam frisches Wasser. Nach einem kurzen Verdauungsschläfchen bin ich ans Gartentor gelaufen um auf Chris zu warten, aber er kam nicht. Als es Zeit zum nächsten Gassi gehen wurde war meine Familie noch immer nicht da. Unruhig bin ich zwischen Gartentor und Haustür hin und her gelaufen bis Tante Bea ein zweites Mal mit meiner Leine kam. Sie streichelte meinen Kopf, sagte, „armer Nico“ während ich fühlte, dass sie sehr traurig war. Später holte sie die Behälter für Futter und Wasser, den Korb mit meiner Verpflegung und brachte auch mein Bett zu sich ins Haus. Ich durfte noch ein paar Tage bei ihr bleiben, dann hat mich der Mann, der bei ihr wohnt, hierher gebracht. Nur meine Decke durfte ich behalten, sie riecht noch so gut nach meiner Familie. So lange ich bei Bea wohnte, bin ich gleich, wenn ich in den Garten durfte, an den Gartenzaun gelaufen und habe auf meine Familie gewartet. Ich bin so traurig, Henriette.“ „Armer Nico“, tröstete Henriette „hat dich deine Familie schon früher einmal allein gelassen?“ „Ja, damals hat mein Herrl meine Sachen ins Haus von Tante Bea getragen, also habe ich verstanden, dass ich eine Weile bei ihr bleiben soll. Das war nicht schlimm, Tante Bea war immer sehr lieb zu mir und es dauerte auch nicht lange. Am letzten Tag mit meiner Familie stand mein Bett an seinem Platz in unserem Haus, mein Futter war in der Küche vorbereitet. Warum hat meine Familie mich allein gelassen?“ „Ich weiß es nicht Nico, Zweibeiner tun oft seltsame Dinge, hast du selbst gesagt. Sei nicht mehr traurig, du bist so hübsch, bestimmt findest du bald eine andere Familie.“ Was mit Nico Familie geschehen war stand als Kurznotiz in einigen Zeitungen zu lesen. Familie L. war auf der Landstraße bei S. von einem entgegenkommenden ins Schleudern geratenen Wagen frontal gerammt und in ein Feld geschleudert worden. Herwig und Ruth L. starben an der Unfallstelle, der siebenjährige Sohn Christoph, der im Fond gesessen war, konnte schwer verletzt geborgen werden. Was nicht zu lesen stand - während das schwer verletzte Kind mit dem Tod rang, focht die Verwandtschaft erbitterte Kämpfe um die Zukunft des Waisenkindes aus, bis sich herausstellte, dass der minderjährige Alleinerbe eines schmucken Reihenhauses mit Garten, nach Gegenüberstellung aller Aktiva und Passiva praktisch mittellos war.
Nur wenige Kilometer vom Tierheim entfernt, lag ein weinendes Kind in seinem Krankenbett, ein Kind, das kurz zuvor vom Tod seiner Eltern erfahren hatte und davon, dass es nach seiner Genesung in ein Waisenhaus kommen sollte. Das verzweifelte Kind sehnte sich nach dem einzigen vertrauten Wesen, das es auf der Welt hatte, NICO.
Hannibal, entschlossen die Schlappe des Vortages auszubügeln, setzte sich, ohne die Aufforderung seiner Schwester abzuwarten, gut sichtbar vor dem Gitter in Pose. Als eine Besucherin vor dem Gitter stehen blieb, war Henriette überzeugt, das Interesse konnte nur ihrem Bruder gelten, also wartete sie ungeduldig auf den Pfleger, der jedoch Tasso zu sich rief. Tasso erhob sich kurz, entdeckte ein weibliches Wesen neben dem Pfleger und wollte sich wieder zur Ruhe begeben. „Tasso, du hast Besuch“, bemerkte Henriette mit hämischem Unterton. „Tasso, hier“, befahl der Pfleger. Mürrisch erhob sich der Semmelblonde und trottete Richtung Ausgang. „Was jetzt“, stichelte Henriette „was wirst du tun?“ „Alles, was sie nicht will, notfalls gegen ihr Bein pinkeln.“ Nico, der Tassos Reaktion nicht verstand, fragte Henriette, „warum tut er das?“ „Er hasst weibliche Zweibeiner, Nico.“ „Will er für immer hier bleiben, er sollte doch froh sein, wenn sich jemand für ihn interessiert.“ „Wenn's stimmt was Tasso erzählt, dann hatte er für lange Zeit ein wunderschönes Hundeleben. Sein sportliches Herrl verbrachte den Großteil seiner Freizeit mit Tasso, es gab ausgedehnte Spaziergänge querfeldein, Ballspielen im Garten und Schwimmen in einem See“, erklärte Henriette, „wenn sein Herrl nicht allein war, musste er zwar vorübergehend im Vorraum schlafen, dafür aber wurde er doppelt gelobt und viel gestreichelt, keine der Freundinnen seines Herrl's wollte ihn vergrämen.“ Nico erspähte den Pfleger mit Tasso am Tor, er konnte auch sehen wie zufrieden der Semmelblonde aussah. Der trabte zu seinen Mitbewohnern und vermeldete stolz, „ich habe ihr ganz deutlich gezeigt, dass ich sie nicht mag, hat sicher funktioniert, die kommt nicht wieder.“ „Verstehe ich nicht, wenn sie dich mag“, äußerte Nico.“ „lch will sie nicht, warum gerade ich, es gibt hier genug von meiner Art.“ „Vielleicht gefällt ihr deine blaue Zunge, Tasso“, lästerte Henriette. „Ist mir egal was ihr an mir gefällt, ich will kein Frauerl.“ „Warum?“ wollte Nico wissen. „Mein Frauerl war zwar nicht oft mit mir spazieren, dafür aber stand in ihrer Küche immer etwas Besonderes für mich bereit.“ „Er hat eben eine schlechte Erfahrung gemacht“, versuchte Henriette Tasso zum Reden zu bringen. „Das kann man wohl sagen“, ging Tasso darauf ein „alles war bestens bis sie kam. Alle anderen Freundinnen meines Herrl's waren lieb und nett zu mir gewesen, sie richtete kein liebes Wort an mich, würdigte mich keines Blickes, aber ausgerechtet sie blieb. Erst musste mein Sofa aus Herrl's Schlafzimmer, dann wurden die Spaziergänge kürzer, mit Ballspielen und Schwimmen war es beinahe ganz vorbei. Ich fühlte, dass von ihr für mich Gefahr ausging, bemühte mich besonders freundlich und brav zu sein um zumindest meinem Herrl zu gefallen, was auch so lange klappte bis sie mit einem Bündel auf dem Arm heimkam aus dem es Tag und Nacht schrie und so seltsam roch. Bald wusste ich, das war ein Welpe, nein Baby, sagen die Zweibeiner zu ihren Jungen. Ich bin nach den kurzen Morgenspaziergängen mit meinem Herrl so lange im Garten geblieben bis mich Hunger oder Durst in die Küche trieben. Da gab es zwar etwas zu fressen aber kein nettes Wort im Gegenteil „mach schnell“, forderte sie mich auf „und dass ich dich ja nicht bei meinem Baby erwische“, ich beeilte mich und floh auf mein Sofa, das seit sie da war, im Vorraum stand.
Obwohl mir verboten war in die Nähe des Kinderbettchens zu kommen, war eines Tages die Neugier stärker, ich stellte mich auf die Hinterpfoten und sah in den Korb, nur ein Mal wollte ich das Zweibeiner-Junge sehen, ich wollte es wirklich nur sehen. Da hat sie mich erwischt, hat geschrien und mich aus dem Haus in den Garten gejagt. Meinem Herrl hat sie bestimmt erzählt, ich hätte etwas Schlimmes vorgehabt. Mein Herrl verteidigte mich nicht, er machte einen kurzen Spaziergang mit mir, befahl mir dann ins Auto zu springen, nahm mir mein Halsband ab und brachte mich hierher. Nicht einmal meine Lieblingsdecke durfte ich behalten. Verstehst du jetzt, warum ich Frauerln hasse?“ „Nicht ganz“, erwiderte Nico, „das Frauerl mit dem du leben musstest, will keinen Hund um sich haben. Die Menschen, die uns hier besuchen, mögen unsereins, warum sonst sollten sie kommen?“ Henriette sah ihren neuen Freund bewundernd an, wie der „Schweigsame“ reden konnte. „Du warst sein Hund“, setzte Nico fort „er war es, der dich in Stich gelassen hat.“ „Aber…“ „Nichts aber, sie war in Angst um ihr Baby und wollte es vor dir schützen, dein Herrl hätte es besser wissen und dich verteidigen müssen.“ Seinen Hinauswurf aus diesem Gesichtspunkt zu betrachten, war Tasso nie in den Sinn gekommen. Was hätte dieses fremde Frauerl schon ausrichten können, wenn sein Herrl zu ihm gestanden wäre. Nico hatte Recht, Herrl hatte seinen langjährigen besten Freund verraten, weil eine böse Fremde es so wollte.
Eine Woche später stand doch „Frauerl“ vor dem Gitter, sagte nur „hallo Moritz“ und ging um einen Tierpfleger zu holen. Hannibal stürzte mit fliegenden Ohren und wedelndem Schwänzchen an die Tür, vorbei an dem Pfleger und direkt in die Arme von Frauerl, die sich der stürmischen Begrüßung kaum erwehren konnte. „Sie ist doch zurückgekommen, du Miesmacher“, bemerkte Henriette zu Tasso gewandt „dem Charme meines Bruders kann keiner widerstehen.“
Diesmal kehrte ein selbstbewusster Hannibal in seinen Zwinger zurück, alle auch Tasso durften an dem neuen Lederband schnuppern, das seinen Hals zierte. Tassos bissige Bemerkung „warum bist du dann noch immer da?“ ignorierte der Kleine, er wusste, er hatte einen eigenen Zweibeiner gefunden, wenn es auch seltsam war wiederum bei seinen Mitbewohnern zu sein, aber Zweibeiner machen eben seltsame Dinge wie der erfahrene Nico gesagt hatte.
Am nächsten Tag öffnete sich für Hannibal das Zwingertor in ein neues Leben als Moritz. Gleichzeitig wurden zwei völlig verschreckte mittelgroße Mischlinge in eben diesen Zwinger geführt.
Zufrieden den Bruder versorgt zu wissen, bezog Henriette den besten Platz am Gitter, Nico gesellte sich zu ihr. Die beiden, das Rauhaardackel-Weibchen und der Schäfer-Rüde waren zu unterschiedlich um einander Konkurrenz zu machen. Tasso, völlig verunsichert, grübelte „war es etwa doch ein Fehler gewesen den einzigen Zweibeiner, der sich je für ihn interessiert hatte, zu vergraulen.“
Moritz
„Der Name meiner neuen Mami ist Frauerl, mich nennt sie Moritz und mein neues Revier heißt Wohnung. Bevor ich mein neues Revier besichtigen durfte, musste ich an der Eingangstür - das ist die Außengrenze meines Reviers - absitzen.“ „Moritz, sitz und bleib“, sagte sie. „Neugierig wie ich bin, wollte ich ihr nachlaufen.“ „Sitz und bleib, Moritz“, „das ging ein paar Mal so bis ich tat was sie wollte. Dann hob sie mich hoch, stellte meine Beinchen in ein Becken mit Wasser und spielte "Liebling“ mit mir, so wie Nico es geschildert hat. Erst nass machen, dann abtrocknen und streicheln. Für mich ist es ganz angenehm, besonders wenn lästiges Zeug an meiner Brust oder am Bauch klebt und Mami macht es großen Spaß. Darum spielt Frauerl nach jedem Gassi gehen „Liebling“ mit mir.
Das Liebste in meinem Revier ist mir mein Bett. Ich habe Mami auch deutlich gezeigt, wie glücklich ich über mein erstes eigenes Bett bin, doch es stand an einem Platz, an dem unsereins nicht schlafen kann. Wie bringt man einem Zweibeiner bei, dass ein Hundebett nicht an einen Ort gehört, an dem sich nur Ameisen und Katzen wohlfühlen können. Auf „Moritz, geh in dein Bett“, legte ich mich davor, sah sie bittend an und blieb sitzen. „Moritz, du bist doch müde, geh ins Bett.“ Es konnte doch nicht so schwer sein mich zu verstehen. Beim nächsten „jetzt aber ab ins Bett“, lief ich ins Bad und legte mich auf die Badematte unter dem Waschbecken. „Da möchtest du dein Bett haben?“ sagte sie „kein Problem“. Dankbar wedelnd schnappte ich nach ihrem Ohr, sprang in mein Bett und bin bald danach eingeschlafen. Seither steht mein Bett auf dem von mir ausgewählten Platz.
Frauerl wollte auch nicht verstehen, dass ausgerechnet der Stuhl im Vorraum, auf den ich nicht hinaufspringen sollte, der ideale Platz für einen Wächter wie mich ist. Auch in diesem Fall durfte ich nicht nachgeben. Nun liegt eine weiche, warme Decke über diesem Stuhl, ich kann Wache halten und Mami beschützen.
Eine weiche Decke gibt es für mich auch auf einem breiten Sessel im Wohnzimmer, wo Mamis Lieblingsspielzeug steht, ein schwarzer Kasten, der reden kann. Weil ich Mami zeigen möchte, dass ich bei ihr sein will, bin ich dabei, lege mich auf den Rücken und schlafe.
Frauerl hat aber auch ein Spielzeug, das ich nicht ausstehen kann, es dröhnt in meinen Ohren, sieht aus wie ein Futtertrog auf vier Beinen, nein Rädern oder doch Beinen, egal, ich hasse das Ding. Bevor Mami mit dem Ding an der Leine spazieren fährt, wird im Vorraum erst mein Spielzeug, mein Lieblingsstuhl und anderes weggeräumt, dann weiß ich Bescheid und verkrieche mich in meinem Bett, ich fühle mich erst dann wohl, wenn sie die Tür schließt. Dabei mag ich keine geschlossenen Türen in meinem Revier, es sei denn, Mami spielt mit dem Krawallmacher.
Bevor Frauerl mit mir Auto fahren geht, bekomme ich ein unangenehmes Etwas vor die Nase geschnallt, das bleibt so lange, bis ich mich beruhigt habe und zum Schlafen lege. Sie hat nicht vergessen, dass ich ein Mal versucht habe ihr Auto anzubeißen.
Bei meinen Spaziergängen habe ich schon viele Bekanntschaften gemacht und Freundschaften geschlossen. Am meisten freue ich mich, wenn ich meinen besten Freund Poldi treffe. Er ist von meiner Art, hat aber dunklere, längere Haare und zwei lustige Haarbüschel über den Augen, so wie mein Bruder Hiro sie auch hat. Wo meine Geschwister sind, weiß ich leider nicht, am liebsten möchte ich Henriette wiedersehen. Wo steckt sie nur? Aus meiner Zeit hinter Gittern bin ich schon einigen Bekannten begegnet, Lizzy, Kuno, Aaron und Nico, dem Freund meiner Schwester. Nico und Chris sind wieder zusammen, sie wohnen jetzt bei Tante Bea.“
- Chris in ein Waisenhaus bringen, das wollte Tante Sea, die gar keine Verwandte war, nicht zulassen. Sie fand es empörend, dass keiner der wohlhabenden Angehörigen bereit war das arme Waisenkind aufzunehmen, das anfängliche Interesse hatte offensichtlich mehr dem Reihenhaus als dem Kind gegolten. Bea schleppte kurz entschlossen erst ihren langjährigen Lebensgefährten zum Standesamt und danach zum Vormundschaftsgericht, besuchte den todunglücklichen Chris ein weiteres Mal im Krankenhaus, erzählte was sie vor hatte und holte um Chris zu beweisen wie ernst es ihr mit einer Adoption war, erst einmal Nico zu sich nach Hause. Bald darauf konnte Chris in häusliche Pflege zu seinen neuen Eltern entlassen werden. Den Grund, weshalb ihn keine seiner zahlreichen Tanten bei sich aufgenommen hatte, kennt Chris nicht, er sollte ihn am Besten nie erfahren. – Im Haus gegenüber, wo Nicos Familie gewohnt hatte, war eine Frau mit zwei Kindern eingezogen. Zum Schutz ihrer Kinder und auch zu ihrem eigenen kam ein Schäfer Mischling ins Haus, einer mit blauer Zunge, Tasso. Wie Nico sagt, liebt er sein neues Frauerl und passt gut auf sie und die Kinder auf.
„Anfangs habe ich Angst gehabt Frauerl könnte fortbleiben, wenn sie mit einer Tasche aus der Tür geht, jetzt weiß ich es besser. In dieser Tasche schleppt sie Leckerbissen und Spielzeug für mich heim um mir zu beweisen wie lieb sie mich hat.
Es geht mit gut, sehr gut sogar, ich liebe meine Mami und sie liebt mich. Ich habe schon an meinem ersten Tag hinter Gittern von einem eigenen Zweibeiner geträumt, wusste damals aber nicht wie schön es wirklich ist.“
Nachtrag:
„Gestern spürte ich Henriette in einem Garten auf. Erst wollte sie mich verbellen, bis sie mich erkannt hat. Das war eine Freude! Sie heißt jetzt Cindy, hat vier Welpen, ist sehr beschäftigt und bewacht ihre Jungen eifersüchtig, damit ihr nicht das gleiche passiert wie Gaia, unserer Mami.“
Brief an unsere Tierärztin Frau Dr. Marina Zuzzi-Krebitz von WOODY der Kampfkatze
Liebe Frau Dr. Zuzzi–Krebitz!
Mein Name ist Woody! Ich wurde von Sabrina beim Mountainbiken im Unterland mitten im Wald gefunden und kam als kleines Häufchen Elend zu Ihnen. Ich hatte damals nicht ganz 500 Gramm, Flöhe, Schnupfen und war eigentlich zum Sterben verurteilt.
Zuerst waren Sie mir ja nicht gerade sympathisch! Sie haben mich dauernd untersucht, abgewogen, Tropfen, Spritzen, Tabletten gegeben, meine Augen mit so einer komischen Salbe eingeschmiert und dann haben Sie mich noch in so einen Käfig gesperrt. Das war schon ziemlich mühsam. Doch heute bin ich Ihnen sehr dankbar, denn mit Ihrer Hilfe und Unterstützung habe ich überlebt und ein sehr schönes zu Hause gefunden.
Da ich ziemlich abgemagert und nicht gerade hübsch anzusehen war, mit meinen verklebten Augen und dem Schnupfen dachte mein neues Frauchen Gerda, dass ich es nicht schaffen würde. Aber ich bin eine Kämpfernatur. Was ich auch täglich beweise. Mittlerweile habe ich ja eine Ausbildung in Karate und anderen Kampfsportarten. Und wenn mir die Menschen zu nahe kommen, muss ich diese natürlich anwenden. Wenn man so klein ist wie ich, muss man sich ja behaupten. Die haben alle schon großen Respekt vor mir. Kuscheln ist nur angesagt, wenn ich will. Mein Herrchen ist ein netter Kerl, zu dem gehe ich manchmal ins Bett kuscheln. Aber sonst habe ich für solche menschlichen Verhaltensweisen nicht viel übrig. Was ich aber besonders gerne mag ist die Heizung. Da kann man sich so schön anlehnen, sie bewegt sich nicht, streichelt einen nicht und ist außerdem schön warm.
Immerhin hat man als Haus-und Hofkatze viele Aufgaben, die ich gewissenhaft erledigen muss. Frauchen hat ein großes Haus in Bleiburg mit Garten. Der Gemüsegarten ist mein Revier. Da muss ich umgraben, Löcher pudeln, Pflanzen umsetzen etc. Na ja, und wenn der Weg zum Katzenklo zu weit ist, muss ich halt mein Geschäft im Gemüsebeet erledigen. Frauchen ist darüber überhaupt nicht begeistert. Verstehe gar nicht warum. Zwischendurch versuche ich mich auch als Maurerlehrling und bearbeite die Wände im Haus. Eigenartigerweise ist davon auch niemand begeistert. Typisch, heutzutage wird echte Handwerkskunst auch nicht mehr gewürdigt.
Dafür bin ich aber in meiner Menüauswahl nicht sehr anspruchsvoll. Ich esse einfach ALLES. Auf meinem Speiseplan steht Obst, Gemüse, Käse, Kuchen und sonstige Leckereien. Meine Lieblingsspeise ist Butter und Püree. Schmatz, Schmatz! Die Menschen behaupten, dass ich etwas mollig bin. Ich behaupte – ich bin nur noch etwas klein. Und wenn ich dann noch wachse bin ich rank und schlank.
Tja, da ich bereits einen Verehrer habe, muss ich sowieso auf meine Figur achten. Mein Freund ist schwarz / weiß und von stattlicher Figur. Die Menschen wollen nicht, dass wir immer zusammen sind. Jetzt haben sie Holzbretter etc. aufgestellt, damit er mich nicht besuchen kann. Aber mein Liebling findet immer Schlupflöcher um zu mir zu gelangen. Das ist wahre Liebe!
Frauchen hat jetzt beschlossen, dass ich in ca. drei bis vier Monaten wider zu Ihnen muss, damit ich keine Babys von meinem Freund bekomme. Sie meint eine Kampfkatze reicht. Verstehe ich auch nicht so ganz. Tja, wie will man auch als arme kleine Katze die Menschen verstehen.
So, nun habe ich aber genug von mir erzählt – ich muss nämlich wieder in den Garten arbeiten gehen.
Nochmals vielen, vielen Dank für Ihre lebensrettenden Maßnahmen und bis demnächst in Ihrer Ordination
Liebe Tatzengrüße
Kampfkatze Woody
